Die Erfolgsgeschichte des deutsch-englisch bilingualen Zweiges am Cecilien-Gymnasium begann im Jahre 1989, als die Gremien der Schule unter der Leitung von Frau Maier-Justus sich dazu entschieden, den bilingualen Ausbildungsgang als eigenständigen Zweig einzuführen. So wurden im folgenden Jahr die ersten Anmeldungen für den bilingualen Ausbildungsgang entgegengenommen.

Während im Schuljahr 1990/91 insgesamt zwei bilinguale Klassen eingerichtet wurden, nahm der Anteil der bilingualen Schülerinnen und Schüler an der Gesamtschülerzahl in den Folgejahren stetig zu, wobei in den nachfolgenden Jahren immer wieder leichte Schwankungen in der Entwicklung auftraten. Jedoch lag allen Schulleiterinnen, angefangen von Frau Maier-Justus, über Frau Dr. Beul-Bänsch und Frau Kayser-Hölscher bis zu Frau Fahnenbruck die Entwicklung des bilingualen Zweiges am Cecilien-Gymnasium stets sehr am Herzen, was dazu führte, dass – abgesehen von wenigen Ausnahmen – die Bedeutung dieses Profils in den Folgejahren immer weiter zunahm. Seit dem Schuljahr 2000/2001 ist sogar eine deutliche Aufwärtstendenz in den Anmeldezahlen für den bilingualen Ausbildungsgang erkennbar: Waren es zu diesem Zeitpunkt 38,1 %, nahm in den Folgejahren das Interesse am bilingualen Ausbildungsgang seitens der Elternschaft stetig zu, was dazu führte, dass im Schuljahr 2003/2004 exakt 50 % der Schülerinnen und Schüler des Cecilien-Gymnasiums den bilingualen Ausbildungsgang besuchten. Dies ergibt sich aus der Tatsache, dass die englische Sprache als Verkehrssprache in einer globalisierten Welt zunehmende Bedeutung erlangt.

Die Zahlen für die Sekundarstufe II sind mit den Zahlen der Sekundarstufe I vergleichbar, wobei der Anteil der bilingualen Schülerinnen und Schüler durchaus noch vergrößert werden könnte, wenn in der Sekundarstufe II das Fächerangebot im Grundkursbereich erweitert würde. Seit Eintritt der bilingual ausgebildeten Schülerinnen und Schüler in die Oberstufe hat es immer wieder leichte Schwankungen gegeben.

Die langfristige Absicht besteht darin, durch die Hinzunahme einer weiteren Gesellschaftswissenschaft den bilingualen Zweig aufzuwerten und den Oberstufenschülerinnen und –schülern eine zusätzliche Wahlmöglichkeit einzuräumen. Bevor allerdings ein weiteres Fach im Rahmen des bilingualen Ausbildungsganges unterrichtet werden kann, müssen bestimmte Voraussetzungen geschaffen werden. Ein erster Schritt in diese Richtung wurde im Schuljahr 2010/2011 durch die Etablierung des Faches Sozialwissenschaften (Social Sciences) als zusätzliches, verpflichtendes Sachfach in der Einführungsphase gemacht.
Seit dem Jahr 2007 bietet das Cecilien-Gymnasium seinen Schülerinnen und Schülern des bilingualen Zweigs die Möglichkeit, mit dem Abiturzeugnis das Exzellenzlabel CertiLingua zu erwerben.

Die Europäische Kommission hat mit dem Certilingua-Exzellenzlabel einen international anerkannten Nachweis eingeführt, der die überdurchschnittlichen mehrsprachigen und interkulturellen Kompetenzen von Schülerinnen und Schülern öffentlicher Schulen dokumentiert, mit dem Ziel, die internationale Anerkennung des Bildungsabschlusses an öffentlichen Schulen zu stärken. Dieses Qualitätslabel wird in Zusammenarbeit mit mittlerweile 18 europäischen Ländern entwickelt und erprobt. Interessant ist, dass Nordrhein-Westfalen und damit das hiesige Ministerium für Schule und Weiterbildung die Federführung für dieses Projekt in Deutschland übernommen hat.

Um dieses Label erhalten zu können, müssen die Abiturientinnen und Abiturienten verschiedene Anforderungen im Bereich sprachlicher wie auch internationale Kompetenzen erfüllen.

Genauere Informationen zu den CertiLingua-Anforderungen finden Sie hier:
Überblick über die obligatorischen Voraussetzungen

Die Vorteile dieses Qualitätslabels sind vielfältig: Zum einen stellt es einen Anreiz für begabte und leistungswillige Schülerinnen und Schüler im fremdsprachlichen Bereich dar. Es erleichtert ferner den Zugang zu internationalen Hochschulen und Ausbildungsgängen. Mit der Einführung dieses Labels erfolgt eine internationale Standardisierung von Leistungsprofilen im fremdsprachlichen und interkulturellen Bereich, die vorher in dem Maße nicht vorhanden war. Mit der Einführung dieses Qualitätslabels sind auch eine besondere Auszeichnung der Schulen sowie eine gleichzeitige Förderung von Mehrsprachigkeit, Sprachkompetenz und europäischem, internationalem sowie sozialem Engagement verknüpft. Außerdem erfolgt eine Förderung der internationalen Zusammenarbeit zwischen den Teilnehmerstaaten und Schulen.

Die Akkreditierung des Cecilien-Gymnasiums wurde im September 2010 für weitere fünf Schuljahre vom Ministerium für Schule und Weiterbildung bestätigt.
Es ist deutlich geworden, welch hohen Stellenwert der bilinguale Zweig für die Weiterentwicklung des Cecilien-Gymnasiums in der Vergangenheit hatte und durch die zahlreichen Innovationen in Zukunft haben wird.

Corinna Weber und Sylvia Gilbert
Juni 2014