Die Bauarbeiten am Cecilien-Gymnasium haben kürzlich Schauriges zu Tage gebracht: Die knöchernen Überreste mehrerer Menschen wurden ausgegraben und den Forensiklehrerinnen Theuer und Juchems durch die Kriminalpolizei zur Analyse vorgelegt. Handelt es sich wirklich um menschliche Knochen? Wie sind sie zu Tode gekommen? Handelt es sich gar um ein Verbrechen? Stammen die Knochen von Frauen, Männern oder Kindern?

Dieses grauenvolle Szenario entstammt natürlich der Fantasie der beiden Biologinnen und leidenschaftlichen Kriminalistinnen. Dieser Fantasie können sich zukünftig jedoch zahlreiche Schülerinnen und Schüler anschließen, denn seit kurzem ist die Fachschaft Biologie am Cecilien-Gymnasium im Besitz von acht „Knochenboxen“. Diese Boxen sind gefüllt mit einer Auswahl von rund zwanzig Abgüssen menschlicher Knochen. So befindet sich zum Beispiel in der einen Box der Schädel eines vierzehnjährigen Jugendlichen, zahlreiche Wirbelkörper, ein Wadenbein, Elle und Speiche sowie unzählige Fingerknochen. Die Highlights der Sammlung sind sicher ein weiblicher Schädel mit einem imposanten Loch, entstanden durch eine Schussverletzung, sowie eine Rippe, in der noch das Projektil der Schusswaffe steckt. Die dazugehörige Person hat zu Lebzeiten wohl viel Glück gehabt.

Wenn die Schülerinnen und Schüler mit den Knochen arbeiten, erinnern die Abläufe im Biologieraum ein wenig an die Rechtsmedizin. In kleinen Analyseteams legen sie die Knochen zunächst auf einem OP-Tuch aus, um sich die Lage im Skelettsystem zu verdeutlichen. Als Orientierung dient dabei das vormontierte Schulskelettmodell auf Rollen, was bisher traditionellerweise in den Unterrichtsreihen Anatomie und Evolution und dem Projektkurs Forensik zum Einsatz kam. Zudem analysieren die Schülerinnen und Schüler prägnante Skelettmerkmale am Schädel und Becken, um eine Geschlechtsbestimmung vornehmen zu können. Anhand der Länge des Oberschenkelknochens, schließen sie auf die Größe der Person. Knochennähte und der Zahnstatus liefern zudem Informationen zum Alter der verstorbenen Person. Einige Knochen weisen Verletzungen auf, so dass die Schülerinnen und Schüler Rückschlüsse auf Verletzungsmuster, Tathergänge oder Todesursachen ziehen können.

Die Begeisterung für Forensik wird am Ceci langsam zur Tradition. Der fünfte Projektkurs steht dazu bereits in den Startlöchern.

Julia Juchems & Stefanie Theuer (April 2018)

CSI Düsseldorf am Ceci