Ziele

Das Fach Geschichte gehört dem gesellschaftswissenschaftlichen Fächerkanon an und soll somit neben der Vermittlung grundlegender fachlicher Kompetenzen auch einen wesentlichen Beitrag zu den übergeordneten schulischen Bildungsaufgaben leisten. Junge Menschen zu mündigen, aber auch kritischen Bürgern zu erziehen, die sich für unser demokratisches System und die damit verbundenen Grundwerte und Grundrechte einsetzen, ist ein wesentliches Ziel schulischer Bildungs- und Erziehungsarbeit.

Gerade in einer von vereinfachenden und verfälschenden Populismen geprägten Zeit erfordert es einen Einblick in Funktionsweisen und Mechanismen der Wirklichkeitsdarstellung und auch -verfälschung sowie ein kritisches und reflektiertes Bewusstsein für die eigene Identität, das sich nur aus einem kritischen und reflektierten Geschichtsbewusstsein entwickeln kann.

Der Begriff Geschichtsbewusstsein beschreibt die jeweilige Mischung aus Vergangenheitsdeutungen, Gegenwartserfahrungen und Zukunftserwartungen, wie sie Individuen und Kollektive herausbilden und entwickeln.

Die verschiedenen Kompetenzen führen zu einer Teilnahme am gesellschaftlichen Diskurs.

Die Entwicklung eines kritischen und reflektierten Geschichtsbewusstseins erfordert dabei die Ausbildung verschiedener Kompetenzen, die auf die zeitliche Bedingtheit historischer und aktueller Entwicklungen, Ereignisse oder Mentalitäten verweisen, ein Wirklichkeitsbewusstsein erzeugen und die Perspektivgebundenheit eigener Urteile und Wertungen berücksichtigt.

Da die Schülerinnen und Schüler im Alltag mit vielfältigen Angeboten der Geschichtskultur konfrontiert sind, muss der Geschichtsunterricht neben der Befähigung zur deutenden Re-, De- und Konstruktion von Vergangenheit auch die Befähigung zur kompetenten und kritischen Teilhabe an der Geschichtskultur und an gesellschaftlichen Diskursen anstreben (narrative Kompetenz).

Das Fach Geschichte am Cecilien-Gymnasium

Sowohl in der Sekundarstufe I, als auch in der Sekundarstufe II haben die Schüler*innen unserer Schule die Wahlmöglichkeit, den Geschichtsunterricht auf Deutsch oder bilingual englisch zu besuchen. Für die Sekundarstufe I erfolgt die Wahl zu Beginn ihrer Schullaufbahn mit der Belegung des bilingualen Zweiges. Der Fachunterricht in der Jgst. 6 wird jedoch grundsätzlich auf Deutsch gehalten. Darüber hinaus wird das Fach Geschichte in den Jahrgangsstufen 8 und 9 unterrichtet. Mit dem Wechsel in die Sekundarstufe II können die Schüler*innen über einen Verbleib im bilingualen Zweig entscheiden. Ein Verbleib bedeutet, dass das Abitur im bilingual unterrichteten Fach Geschichte abgelegt werden muss. Schüler*innen, die nicht den bilingualen Zweig belegen, haben ab der Jahrgangsstufe 11 die Möglichkeit zwischen einem dreistündigen Grund- und einem fünfstündigen Leistungskurs zu wählen und können sich so für ihr Abitur auch im Fach Geschichte prüfen lassen.

Ab dem Schuljahr 2015/16 wird zusätzlich ein Differenzierungsfach Erdkunde/Geschichte in den Jahrgangsstufen 8 und 9 angeboten, das einen dezidiert europäischen Schwerpunkt hat. Das Fach Geschichte übernimmt den zweiten Teil des Differenzierungskurses (Jgst. 9) und richtet den Fokus vor allem auf die Wurzeln und die Geschichte der europäischen Integration.

Projektkurse, die in der Jahrgangsstufe 11 von den Schüler*innen belegt werden können, haben häufig eine Anbindung an das Fach Geschichte, gemäß unserem Europaprofil oftmals auch mit europäischem Schwerpunkt.

Neben dem regulären Fachunterricht wird unsere Arbeit ergänzt durch Exkursionen und Ausflüge, auch Zeitzeugengespräche finden außerhalb oder in unserer Schule statt und ermöglichen den Schüler*innen eine intensivere Auseinandersetzung mit Vergangenheit und ihren Auswirkungen auf die Gegenwart. Die Kooperation mit außerschulischen Bildungspartnern wie der Mahn- und Gedenkstätte, dem Gehart-Hauptmann-Haus oder dem Polnischen Institut bereichert unsere Arbeit zusätzlich.

Tobias Lüpges für die Fachkonferenz Geschichte