Rund 40.000 bis 64.000 Menschen erleiden pro Jahr einen Herzstillstand. Etwa 10 bis 20 Prozent der Patienten
können wieder aus der Klinik entlassen werden. Erfahrungen aus anderen Ländern zeigen, dass durch eine
optimale Laienreanimation die Überlebensrate bei Reanimationen verdoppelt bis verdreifacht werden kann.
Entscheidend sind dabei die ersten Minuten nach dem Herzstillstand, also die Zeit, in der der Rettungsdienst
in vielen Fällen noch gar nicht vor Ort sein kann.

Schüler beim TrainingDiese Erkenntnisse sind mit ein Grund für die Einführung des Reanimationstrainings für Kinder und
Jugendliche am Cecilien-Gymnasium in Düsseldorf.
Schülerinnen und Schüler erhalten ab der siebten Klasse jedes Jahr zwei Stunden Reanimationstraining. Um
das Vertrauen in die eigenen Fertigkeiten zu stärken und Ängste vor einer Notfallsituation abzubauen, ist es
wichtig, Kinder und Jugendliche so früh wie möglich an das Thema heranzuführen.
Im Schuljahr 2016/2017 wurde das Reanimationstraining erstmals in der Praxis im Rahmen des
Sportunterrichts durchgeführt. Dank der großzügigen Spende der Deutschen Herzstiftung stehen der Schule
zehn „Übungspuppen“ zur Verfügung, so dass die Schülerinnen und Schüler intensiv und vor allem praxisnah
“am Körper“ trainieren können. Frau Dr. Wollny, Mutter an unserer Schule und tätig als Kardiologin,
unterstützt das Projekt und steht beratend zur Seite. Sie betont vor dem Hintergrund ihres Fachwissens:

„Vor einigen Jahren ist in Duisburg, in Zusammenarbeit verschiedener Institutionen, unter anderem
auch meines Arbeitgebers, des Herzzentrums Duisburg, die Aktion “Du, ich drück ́ Dich” ins Leben
gerufen worden.
Das Konzept ist einfach und effektiv: es wird mit Schülern einiger Schulen regelmäßig die
Herzdruckmassage mit dem Ziel geübt, Hemmungen und Versagensängste in der Notfallsituation
abzubauen und auf den Ernstfall vorbereitet zu sein.
Bei einem Kreislaufstillstand, egal welcher Ursache, ist die sofortige effektive Wiederbelebung
entscheidend für das Überleben und die Hirnfunktion der Betroffenen. Die richtig ausgeführte
Herzdruckmassage ist die Grundlage der Wiederbelebung und kann nicht durch die Anwendung eines
Defibrillators ersetzt werden. Je mehr Menschen sich also trauen, im Notfall sofort aktiv zu werden,
desto besser werden die Überlebenschancen. Die früh gewonnene Erfahrung auf diesem Gebiet kann
nur von Vorteil sein.
Wieso sollen also nicht auch unsere Schüler in der Herzdruckmassage trainiert werden?
Es hat mich sehr gefreut, dass die Schulleitung, wie auch die involvierten Lehrer, sofort ein großes
Interesse an dem Projekt gezeigt haben und bereits mit der Ausarbeitung eines pädagogischen
Konzeptes begonnen haben.
Besonders bin ich der Deutschen Herzstiftung für die Unterstützung dieser Aktion dankbar. Sie hat den
zukunftsträchtigen Sinn unseres Projektes anerkannt und unserer Schule eine Geldspende zukommen
lassen, für die bereits 10 Reanimationspuppen angeschafft werden konnten.
Ich hoffe, dass das Training der Herzdruckmassage auch bei den Schülern auf Interesse stößt und sie
es mit Spaß und gutem Lernerfolg absolvieren.“

Die jährlichen Trainingsstunden werden stets nach den aktuellen Richtlinien im Rettungsdienst und
altersgerecht, angelehnt an ein wechselndes Schwerpunktthema aus der Notfallmedizin (z.B. Badeunfälle,
Schockzustände, chirurgische Verletzungen), vom speziell geschulten Sportkollegium durchgeführt. Als
weiteres Feature kann im Rahmen des Reanimationstrainings seit Herbst 2016 ein Trainingsdefibrillator
eingesetzt werden.

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J. Juchems
Dezember 2017